Kollektion 2012: Tulpenschwarz

  • Tulpenschwarz 01 © Philipp Hutter
  • Tulpenschwarz 02 © Philipp Hutter
  • Tulpenschwarz 03 © Philipp Hutter

Die Designs von Ingried Brugger haben die Diskussionen der letzten Jahrzehnte über Mode und ihr Verhältnis zur Kunst in ihre Gestaltung eingebaut. Als Leiterin eines Ausstellungshauses ist Brugger eng verbunden mit den Trends und Theorien des Kunstbetriebs und so auch einer der zentralen Fragen verpflichtet: Gibt es einen Unterschied zwischen Mode und Kunst? Die bisher beanspruchte Antwort lautete etwa folgendermaßen: Moden lösen einander ab, sie gehen auf in der Gegenwärtigkeit; Kunst dagegen funktioniert in aufsteigender Bewegung, sie lässt sich nicht einfach vergessen, sondern fordert die Berücksichtigung mit ihresgleichen.

Ingried Bruggers Mode setzt auf ein reziprokes Verständnis. Das Gewand wird zu einer beispielhaften Lösungskette aufgewertet, die aus Reflexion und dem Bemühen um Veredelung geknüpft wird. Da sich die Modemacherin Maßstab und Modell ihrer Kreationen zunächst stets selbst ist, fließt ein, was eine Biographie ausmacht, was sich in der Erinnerung bewährt hat und davon in Zeitgeist übertragen wird. Diese Mode vereint Gewahrtes und Gegenwärtiges: High und Low, die Sozialisation in der österreichischen Provinz mit ihrem Faible für Trachten und die selbstverständliche Internationalität einer urbanen Existenz bringen einander simultan zur Geltung.

Hauptkriterium ist die Femininität dieser Entwürfe. Mit Ingried Bruggers Mode wird eine neue Aufwendigkeit propagiert. Das Tragen eines Gewandes wird wieder theatralisch, der Auftritt wird zu etwas Spektakulärem. Kleidung wird angereichert mit dem Wissen um die Erotik der Aufmerksamkeit.

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